In Deutschland leben derzeit ca. 82 Mio. Menschen die sich
auf Demokratie verständigt haben. Ihre Interessen bringen sie durch Parteien
zum Ausdruck und ggf. auch durch Demonstrationen oder andere Formen bürgerlichen Engagements. Effiziente und zielführende
Politik zu betreiben wird durch die heutige Interessenvielfalt und die nationalen
und internationalen Verflechtungen immer komplizierter. Die Energiepolitik und die damit verbundene Energiewende ist eine
auf langfristige Ziele ausgerichtete Aufgabe der Politik und soll den Weg
vorzugeben und die Rahmenbedingungen der Wirtschaft abstecken. Der Markt regelt dann den Rest.
Die vollständige Energiewende geht nicht von heute auf morgen, denn dazu fehlen uns derzeit wichtige Voraussetzungen. Speichertechnologien und neue Netze sind nur zwei wichtige Elemente die bei der Energiewende Beachtung finden müssen. Die erneuerbaren Energien haben in Deutschland an Sympathie gewonnen, aber keiner hat sich bisher intensiv mit der Kostenfrage auseinander gesetzt. Es müssen, ohne Frage, heute sehr kostenintensive Umbaumaßnahmen im Energiesektor durchgeführt werden damit die Energiewende erfolgreich sein wird. Aber regenerative Energieversorgung erfordern hauptsächlich Investionskosten und nur wenig Kosten für benötigte Brennstoffe. Wir verfügen über die notwendige Technologie und sie muss nur noch angewendet werden. Die anfänglich hohen Kosten sind eine Investition in die Zukunft und sichern unsere Energieversorgung auf Jahrzehnte hinaus. So sollten sich die Anfangsinvestitionen in absehbarer Zeit amortisieren. Jedoch kann die Energiewende beschleunigt werden. Hierzu bedarf es einer konsequenten Linie der Politik und eines Umdenkens in der Bevölkerung. Derzeit liegen umweltfreundlichen Energien unter ihrem technologischem Potenzial. Grund dafür sind die Zurückhaltung der Politik und der sich nur langsam voran schreitende gesellschaftliche Wandel. Kraftwerksbetreiber brauchen handfeste Gesetze und Sicherheiten der Politik, die ihn dazu veranlassen zu investieren. Die Energiewende geht mit Veränderungen einher und stellt uns vor neue Herausforderungen, welche aber nicht zwangsläufig mit dem Verzicht auf Wohlstand oder Einschränkungen im täglichen Leben verknüpft sind.
Die im vergangen Jahr beschlossene Laufzeitverlängerung stieß bei vielen Menschen auf großes Unverständnis. Die Ereignisse von Fukushima die mit dem Erdbeben vom 11. März 2011 ihren Anfang nahmen gaben uns allen Anlass die Atomdebatte neu aufzurollen und Lehren daraus zu ziehen. Die Bundesregierung veranlasste darauf hin eine erneute Untersuchung aller 17 Atommeiler in Deutschland und forderte Bedenkzeit, was unter dem Begriff "Atommoratorium" publik wurde. In dieser Zeit forderten schon viele ein Umdenken in der Energiepolitik und eine Energiewende. Die Reaktorsicherheitskommission (RSK) hat am 17. Mai 2011 einen Bericht vorgelegt, der insbesondere mögliche Szenarien wie in Japan untersucht. Die Ergebnisinterpretation der Bundesregierung sagt aus, dass es aus sicherheitstechnischen Gründen nicht nötig sei sofort oder kurzfristig Atommeiler stillzulegen. Die Schwachpunkte hinsichtlich von Flugzeugabstürzen sind weiterhin präsent. Terrorismus ist heute ein ernst zu nehmendes Thema und Ereignisse, wie der 11. September, die Zuganschläge in Madrid oder Bombenanschläge auf Botschaften und Hotels in Indonesien und Pakistan zeigen, dass die Gefahr große Aufmerksamkeit benötigt. Die Ethikkommission wird am 30. Mai 2011 einen Bericht vorlegen, der von diesem Standpunkt aus, hoffentlich den Atomausstieg für notwendig und unerlässlich erklärt. Damit wäre auch ein wichtiges Signal gesetzt, die Energiewende verstärkt voran zu treiben.
Das Zieldreieck der Energiepolitik und der Energiewende wird durch die drei Eckpunkte Preisstabilität, Umweltschutz und Versorgungssicherheit gebildet. Der Handlungsspielraum ist somit begrenzt und muss in ihrer Anwendung viele Nebenbedingungen erfüllen. So sind unter anderem die Interessen der Bevölkerung zu wahren, indem Energie zu jedem Zeitpunkt und zu einem bezahlbaren Preis bereitstehen muss. Leider ist es derzeit nicht möglich alle drei Punkte vollstens zu befriedigen. Daher wird es immer zu einem Zielkonflikt kommen, auch innerhalb der Unterstützter der Energiewende.
Deutschland ist eine Konsumgesellschaft geworden und unsere Lebensweise macht uns abhängig von Energie. Rund 25% des Stromes werden von den privaten Haushalten verbraucht und ca. 50% von der Industrie. Energie ist für unsere Wirtschaft unerlässlich und Garant für unseren Wohlstand. Eine unverhältnismäßige Verteuerung von elektrischer Energie, etwa durch den Wegfall von Atomstrom, würde bedeuten, dass sich viele Bürger nicht mehr ausreichend mit Strom versorgen können und sich Waren und Dienstleistungen von Industrie und Gewerbe verteuern würden. Der ökonomische Schaden wäre fatal. Die Energiewende muss behutsam vollzogen werde. Strompreise sind nicht elastisch, weil es kaum Alternativen gibt. Die Eigenproduktion von Strom wäre für viele ein technisch wie finanziell unmögliches Unterfangen.
Schon in naher Zukunft wird es, insbesondere für die Industrie, darauf ankommen CO2-arm und mit minimalem Energieeinsatz Waren zu produzieren. Nur wer diese Aufgabe bewältigt, wird sich am Markt beweisen können. Dabei sind Industrie und Gewerbe sehr einfallsreich und weisen große Potenziale auf. Kurz nach der Einführung des CO2-Handels sank der Preis für die Zertifikate auf wenige Euro. Der Grund liegt darin, dass die Akteure Wege und Möglichkeiten gefunden haben, ihre Produktion so umzustellen um einen möglichst geringen CO2-Ausstoß zu verursachen. Die Zertifikate wurden nicht mehr benötigt. In den jetzigen Handelsperioden sieht es anders aus. Kosten für CO2-Emissionen sind ein bedeutender Kostenfaktor geworden. Dieses Beispiel zeigt, dass der CO2-Handel trotz anfänglicher Zweifel ein Erfolg war. Deutschland hat sicherlich auch dadurch die gesetzten Klimaziele erreicht. Doch auch beim CO2-Handel besteht seitens des Gesetzgebers noch optimierungsbedarf, um die Energiewende erfolgreich durchzuführen.
Doch werden wir auch mit der Energiewende unsere Klimaziele erreichen? Atomstrom ist frei von CO2. Kohle und Gas sind es nicht. In Deutschland sind durchaus noch Kapazitäten vorhanden um den fehlenden Strom der AKWs mit fossilen Energieträgern zu decken. Das Risiko Blackouts zu erleben wird dadurch geringer. Aber können wir dann noch unser CO2-Ziel erreichen? Wahrscheinlich kaufen wir dann Strom von unseren Nachbarländern ein, der, wenn er aus Frankreich kommt sicherlich nicht atomfrei sein wird. Wir merken derzeit keine Veränderung, denn viele Atommeiler gehen im Sommer in die Revision weil die Nachfrage im Sommer geringer ist. Aber wir sollten uns Gedanken über die Wintermonate machen. Es ist angebracht die Atomenergie nun mehr als wirkliche Brückentechnologie anzusehen und gezielt regenerative Technologie zu implementieren um letztendlich Schritt für Schritt Meiler stillzulegen.
Die Wirtschaftkrise und die immer noch andauernde Eurokrise stellen unsere Ökonomie kurzfirstig vor grosse Herausforderungen. Es ist richtig, das die Energiepreise kurz und mittelfiristig durch die vorgenommen Abschaltungen der Atomkraftwerke und die Beschleunigung des Atomausstiegs steigen werden. Die Preisentwicklung an der Leipziger Strombörse in den Wochen nach dem Beginn der Fukushima-Katastrophe bestätigt dies. Diese gestiegenen Kosten können eine Belastung für energieintensive Branchen darstellen und diese national wie international weniger wettbwerbsfähig machen, was wiederum unser Wirtschaftswachstum belasten könnte.
Positiv betrachtet, stellt die beschleunigte und konsequente Umsetzung der Energiewende ein Jahrhundertprojekt dar, was vom Masstab her vielleicht mit dem transkontinentalen Eisenbahnbau in den Vereinigten Staaten oder Franklin D. Rosevelts New Deal zu vergleichen ist. Nicht umsonst verwendete der Journalist Thomas L. Friedman 2007 den Begriff Green New Deal um den ökologischen Umbau einer Industriegesellschaft zu beschreiben. Die notwendigen Investitionen werden ungeahnte Wachstumspotenziale freisetzen. Erste Zeichen hierfür sind bereits heute erkennbar im Bereich erneuerbare Energien sind in Deutschland zahlreiche Unternehmen von Weltrang entstanden. Beispiele hierfür sind der Solaranlagenbauer Solarworld und das Windenergieunternehmen Enercon. Aber auch innovative Traditionsunternehmen konnten durch die grüne Technologien neue Geschäftsfelder erschliessen. Ein Beispiel ist der Glashersteller Schott, der sich zu einem der führenden Unternehmen im Bereich Photovoltaik und Solarthermie entwickelt hat. Insgesamt bietet die Energiewende auch enorme wirtschaftliche Chancen, die gekonnt genutzt zu Wachstumsschüben führen können. Hierfür ist Deutschland durch die bereits getätigten Investitionen ideal positioniert und kann die Energiewende für sich nutzen.
Erneuerbare Energien sind in hohem Grad von den geologischen Gegebenheiten abhängig. Hätten wir die Möglichkeit den Dreischluchtendamm nachzubauen, der eine Leistung von etwa 18 GW generiert, so könnten wir 14 Kernkraftwerke ersetzen, frei werden von Atomenergie und die Energiewende wäre auf einen Schlag geschehen. Wobei die durch den Bau des Damms in Kaufgenommenen Umweltbelastungen und die sozialen Auswirkungen äusserst kritisch zu bewerten sind. Die Energiebereitstellung in Deutschland wird zum Großteil (47%) durch fossile Energieträger bewältigt. 22% wird durch AKWs im Grundlastbereich beigesteuert. Dies lässt sich aus der Geschichte ableiten. Große Vorkommen an Kohle im Ruhrgebiet bewirkten im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Aufschwung die Dominanz der Kohle. Nach der Entdeckung der Kernspaltung wurde weltweit versucht eine gesteuerte Kettenreaktion zu betreiben um Strom zu erzeugen. Durch die Energie- bzw. Ölkrise von 1973 wurde der Kernkraftwerksbau vorangetrieben um die Energieversorgung aufrecht zu halten. Nun versuchen wir eine neue Ära einzuleiten und Strom aus klimafreundlichen Quellen beziehen zu können. Die skandinavischen Länder haben einen deutlich höheren regenerativen Anteil, vor allem Wasserkraft, jedoch schafft es nur Norwegen seinen Strom zu fast 100% mit Wasserkraft zu decken. Die geologischen Bedingungen sind für Wasserkraft ideal. Wenn wir heute Länder in Bezug auf ihren Energiemix vergleichen, müssen wir stets die geologischen und historischen und politischen Umstände beachten. Deutschland hat allerdings noch zahlreiche ungenutzte Potenziale im Bereich der Windenergie, vor allem im Offshore-Bereich. Auch die Solarenergie wird ungeachtet der weniger optimalen Bedingungen in Zukunft einen grösseren Anteil zur Energieerzeugung leisten können. Dies wird durch absehbare Effizienzsteigerungen möglich. Schliesslich bieten die Biomassetechnologien noch potenziale, wenngleich auf die umweltverträgliche und nachhaltige Erzeugung des Ausgansmaterials geachtet werden muss.
Grundlagenforschung und Innovation haben die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig gemacht. Die Preisentwicklungen der letzten Jahre zeigen an, dass Wind- und Sonnenenergie durchaus mit Kohle- und Gaskraftwerken mithalten können, aber sie noch lange nicht von ihrem Platz verdrängen. Durch Weiterentwicklung der regenerativen Technik, insbesondere der Speichertechnologien, und Verteuerung der fossilen Rohstoffe wird der Ausbau von klimafreundlichem Strom begünstigt.
Die vollständige Energiewende geht nicht von heute auf morgen, denn dazu fehlen uns derzeit wichtige Voraussetzungen. Speichertechnologien und neue Netze sind nur zwei wichtige Elemente die bei der Energiewende Beachtung finden müssen. Die erneuerbaren Energien haben in Deutschland an Sympathie gewonnen, aber keiner hat sich bisher intensiv mit der Kostenfrage auseinander gesetzt. Es müssen, ohne Frage, heute sehr kostenintensive Umbaumaßnahmen im Energiesektor durchgeführt werden damit die Energiewende erfolgreich sein wird. Aber regenerative Energieversorgung erfordern hauptsächlich Investionskosten und nur wenig Kosten für benötigte Brennstoffe. Wir verfügen über die notwendige Technologie und sie muss nur noch angewendet werden. Die anfänglich hohen Kosten sind eine Investition in die Zukunft und sichern unsere Energieversorgung auf Jahrzehnte hinaus. So sollten sich die Anfangsinvestitionen in absehbarer Zeit amortisieren. Jedoch kann die Energiewende beschleunigt werden. Hierzu bedarf es einer konsequenten Linie der Politik und eines Umdenkens in der Bevölkerung. Derzeit liegen umweltfreundlichen Energien unter ihrem technologischem Potenzial. Grund dafür sind die Zurückhaltung der Politik und der sich nur langsam voran schreitende gesellschaftliche Wandel. Kraftwerksbetreiber brauchen handfeste Gesetze und Sicherheiten der Politik, die ihn dazu veranlassen zu investieren. Die Energiewende geht mit Veränderungen einher und stellt uns vor neue Herausforderungen, welche aber nicht zwangsläufig mit dem Verzicht auf Wohlstand oder Einschränkungen im täglichen Leben verknüpft sind.
Die im vergangen Jahr beschlossene Laufzeitverlängerung stieß bei vielen Menschen auf großes Unverständnis. Die Ereignisse von Fukushima die mit dem Erdbeben vom 11. März 2011 ihren Anfang nahmen gaben uns allen Anlass die Atomdebatte neu aufzurollen und Lehren daraus zu ziehen. Die Bundesregierung veranlasste darauf hin eine erneute Untersuchung aller 17 Atommeiler in Deutschland und forderte Bedenkzeit, was unter dem Begriff "Atommoratorium" publik wurde. In dieser Zeit forderten schon viele ein Umdenken in der Energiepolitik und eine Energiewende. Die Reaktorsicherheitskommission (RSK) hat am 17. Mai 2011 einen Bericht vorgelegt, der insbesondere mögliche Szenarien wie in Japan untersucht. Die Ergebnisinterpretation der Bundesregierung sagt aus, dass es aus sicherheitstechnischen Gründen nicht nötig sei sofort oder kurzfristig Atommeiler stillzulegen. Die Schwachpunkte hinsichtlich von Flugzeugabstürzen sind weiterhin präsent. Terrorismus ist heute ein ernst zu nehmendes Thema und Ereignisse, wie der 11. September, die Zuganschläge in Madrid oder Bombenanschläge auf Botschaften und Hotels in Indonesien und Pakistan zeigen, dass die Gefahr große Aufmerksamkeit benötigt. Die Ethikkommission wird am 30. Mai 2011 einen Bericht vorlegen, der von diesem Standpunkt aus, hoffentlich den Atomausstieg für notwendig und unerlässlich erklärt. Damit wäre auch ein wichtiges Signal gesetzt, die Energiewende verstärkt voran zu treiben.
Das Zieldreieck der Energiepolitik und der Energiewende wird durch die drei Eckpunkte Preisstabilität, Umweltschutz und Versorgungssicherheit gebildet. Der Handlungsspielraum ist somit begrenzt und muss in ihrer Anwendung viele Nebenbedingungen erfüllen. So sind unter anderem die Interessen der Bevölkerung zu wahren, indem Energie zu jedem Zeitpunkt und zu einem bezahlbaren Preis bereitstehen muss. Leider ist es derzeit nicht möglich alle drei Punkte vollstens zu befriedigen. Daher wird es immer zu einem Zielkonflikt kommen, auch innerhalb der Unterstützter der Energiewende.
Deutschland ist eine Konsumgesellschaft geworden und unsere Lebensweise macht uns abhängig von Energie. Rund 25% des Stromes werden von den privaten Haushalten verbraucht und ca. 50% von der Industrie. Energie ist für unsere Wirtschaft unerlässlich und Garant für unseren Wohlstand. Eine unverhältnismäßige Verteuerung von elektrischer Energie, etwa durch den Wegfall von Atomstrom, würde bedeuten, dass sich viele Bürger nicht mehr ausreichend mit Strom versorgen können und sich Waren und Dienstleistungen von Industrie und Gewerbe verteuern würden. Der ökonomische Schaden wäre fatal. Die Energiewende muss behutsam vollzogen werde. Strompreise sind nicht elastisch, weil es kaum Alternativen gibt. Die Eigenproduktion von Strom wäre für viele ein technisch wie finanziell unmögliches Unterfangen.
Schon in naher Zukunft wird es, insbesondere für die Industrie, darauf ankommen CO2-arm und mit minimalem Energieeinsatz Waren zu produzieren. Nur wer diese Aufgabe bewältigt, wird sich am Markt beweisen können. Dabei sind Industrie und Gewerbe sehr einfallsreich und weisen große Potenziale auf. Kurz nach der Einführung des CO2-Handels sank der Preis für die Zertifikate auf wenige Euro. Der Grund liegt darin, dass die Akteure Wege und Möglichkeiten gefunden haben, ihre Produktion so umzustellen um einen möglichst geringen CO2-Ausstoß zu verursachen. Die Zertifikate wurden nicht mehr benötigt. In den jetzigen Handelsperioden sieht es anders aus. Kosten für CO2-Emissionen sind ein bedeutender Kostenfaktor geworden. Dieses Beispiel zeigt, dass der CO2-Handel trotz anfänglicher Zweifel ein Erfolg war. Deutschland hat sicherlich auch dadurch die gesetzten Klimaziele erreicht. Doch auch beim CO2-Handel besteht seitens des Gesetzgebers noch optimierungsbedarf, um die Energiewende erfolgreich durchzuführen.
Doch werden wir auch mit der Energiewende unsere Klimaziele erreichen? Atomstrom ist frei von CO2. Kohle und Gas sind es nicht. In Deutschland sind durchaus noch Kapazitäten vorhanden um den fehlenden Strom der AKWs mit fossilen Energieträgern zu decken. Das Risiko Blackouts zu erleben wird dadurch geringer. Aber können wir dann noch unser CO2-Ziel erreichen? Wahrscheinlich kaufen wir dann Strom von unseren Nachbarländern ein, der, wenn er aus Frankreich kommt sicherlich nicht atomfrei sein wird. Wir merken derzeit keine Veränderung, denn viele Atommeiler gehen im Sommer in die Revision weil die Nachfrage im Sommer geringer ist. Aber wir sollten uns Gedanken über die Wintermonate machen. Es ist angebracht die Atomenergie nun mehr als wirkliche Brückentechnologie anzusehen und gezielt regenerative Technologie zu implementieren um letztendlich Schritt für Schritt Meiler stillzulegen.
Die Wirtschaftkrise und die immer noch andauernde Eurokrise stellen unsere Ökonomie kurzfirstig vor grosse Herausforderungen. Es ist richtig, das die Energiepreise kurz und mittelfiristig durch die vorgenommen Abschaltungen der Atomkraftwerke und die Beschleunigung des Atomausstiegs steigen werden. Die Preisentwicklung an der Leipziger Strombörse in den Wochen nach dem Beginn der Fukushima-Katastrophe bestätigt dies. Diese gestiegenen Kosten können eine Belastung für energieintensive Branchen darstellen und diese national wie international weniger wettbwerbsfähig machen, was wiederum unser Wirtschaftswachstum belasten könnte.
Positiv betrachtet, stellt die beschleunigte und konsequente Umsetzung der Energiewende ein Jahrhundertprojekt dar, was vom Masstab her vielleicht mit dem transkontinentalen Eisenbahnbau in den Vereinigten Staaten oder Franklin D. Rosevelts New Deal zu vergleichen ist. Nicht umsonst verwendete der Journalist Thomas L. Friedman 2007 den Begriff Green New Deal um den ökologischen Umbau einer Industriegesellschaft zu beschreiben. Die notwendigen Investitionen werden ungeahnte Wachstumspotenziale freisetzen. Erste Zeichen hierfür sind bereits heute erkennbar im Bereich erneuerbare Energien sind in Deutschland zahlreiche Unternehmen von Weltrang entstanden. Beispiele hierfür sind der Solaranlagenbauer Solarworld und das Windenergieunternehmen Enercon. Aber auch innovative Traditionsunternehmen konnten durch die grüne Technologien neue Geschäftsfelder erschliessen. Ein Beispiel ist der Glashersteller Schott, der sich zu einem der führenden Unternehmen im Bereich Photovoltaik und Solarthermie entwickelt hat. Insgesamt bietet die Energiewende auch enorme wirtschaftliche Chancen, die gekonnt genutzt zu Wachstumsschüben führen können. Hierfür ist Deutschland durch die bereits getätigten Investitionen ideal positioniert und kann die Energiewende für sich nutzen.
Erneuerbare Energien sind in hohem Grad von den geologischen Gegebenheiten abhängig. Hätten wir die Möglichkeit den Dreischluchtendamm nachzubauen, der eine Leistung von etwa 18 GW generiert, so könnten wir 14 Kernkraftwerke ersetzen, frei werden von Atomenergie und die Energiewende wäre auf einen Schlag geschehen. Wobei die durch den Bau des Damms in Kaufgenommenen Umweltbelastungen und die sozialen Auswirkungen äusserst kritisch zu bewerten sind. Die Energiebereitstellung in Deutschland wird zum Großteil (47%) durch fossile Energieträger bewältigt. 22% wird durch AKWs im Grundlastbereich beigesteuert. Dies lässt sich aus der Geschichte ableiten. Große Vorkommen an Kohle im Ruhrgebiet bewirkten im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Aufschwung die Dominanz der Kohle. Nach der Entdeckung der Kernspaltung wurde weltweit versucht eine gesteuerte Kettenreaktion zu betreiben um Strom zu erzeugen. Durch die Energie- bzw. Ölkrise von 1973 wurde der Kernkraftwerksbau vorangetrieben um die Energieversorgung aufrecht zu halten. Nun versuchen wir eine neue Ära einzuleiten und Strom aus klimafreundlichen Quellen beziehen zu können. Die skandinavischen Länder haben einen deutlich höheren regenerativen Anteil, vor allem Wasserkraft, jedoch schafft es nur Norwegen seinen Strom zu fast 100% mit Wasserkraft zu decken. Die geologischen Bedingungen sind für Wasserkraft ideal. Wenn wir heute Länder in Bezug auf ihren Energiemix vergleichen, müssen wir stets die geologischen und historischen und politischen Umstände beachten. Deutschland hat allerdings noch zahlreiche ungenutzte Potenziale im Bereich der Windenergie, vor allem im Offshore-Bereich. Auch die Solarenergie wird ungeachtet der weniger optimalen Bedingungen in Zukunft einen grösseren Anteil zur Energieerzeugung leisten können. Dies wird durch absehbare Effizienzsteigerungen möglich. Schliesslich bieten die Biomassetechnologien noch potenziale, wenngleich auf die umweltverträgliche und nachhaltige Erzeugung des Ausgansmaterials geachtet werden muss.
Grundlagenforschung und Innovation haben die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig gemacht. Die Preisentwicklungen der letzten Jahre zeigen an, dass Wind- und Sonnenenergie durchaus mit Kohle- und Gaskraftwerken mithalten können, aber sie noch lange nicht von ihrem Platz verdrängen. Durch Weiterentwicklung der regenerativen Technik, insbesondere der Speichertechnologien, und Verteuerung der fossilen Rohstoffe wird der Ausbau von klimafreundlichem Strom begünstigt.